Vitamine - einfach erklärt

Sie sollen uns Leistungsfähiger machen, gegen Müdigkeit und Abgeschlagenheit helfen, gegen Krankheiten schützen und sogar das Alter aufhalten.

Vitamine sind überlebenswichtig für unseren Körper, sie erfüllen im unzählige Aufgaben. Unser Körper funktioniert wie ein gut organisiertes Unternehmen. Damit die Maschinerie läuft braucht es Rohstoffe, Bauteile und Hilfsmittel. Die gewinnt er aus unserem täglichen Essen. Zum reibungslosen Ablauf gehören auch die 13 verschiedenen Vitamine.

Name Mangelerscheinungen Aufgaben
Vitamin B1 (Thiamin) Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel, Muskelschwund, Herzschwäche, Veränderungen des Zentralnervensystems. Wichtig für das Nervensystem und den Energiestoffwechsel.
Vitamin B2 (Riboflavin) Gesichtsdermatitis, sehr selten auch Bindehautentzündung, Wachstumsstörungen, Hautentzündungen, Risse in den Mundwinkeln Beteiligt an verschiedenen Reduktions-Oxidations- Reaktionen im Körper
Vitamin B6 (Pyridoxin) Äußerst selten, da Vitamin B6 verbreitet in unserer Nahrung vorkommt. Auftretende Nebenwirkungen äußern sich durch Nervenentzündungen, epilepsie-ähnliche Krämpfe, Anämien und Hauterkrankungen. Wichtig für das Nervensystem, die Immunabwehr und die Blutbildung. Ist beteiligt am Aminosäurestoffwechsel
Vitamin B12 (Cobalamin) Verminderte Zahl der ins Blut abgegebenen Blutkörperchen (Anämie). Vitamin B12 ist am Kohlenhydrat-, Fett-, und Nucleinsäurestoffwechsel beteiligt. Vor Allem ist es aber unentbehrlich für die Bildung roter Blutkörperchen.
Vitamin H (Biotin) Übelkeit, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Dermatitis, Schwäche, Muskelschmerzen, Entzündungen der Haut, Bindehautentzündungen und Haarausfall Wichtig für die Haar- und Hautbildung. Weiterhin den Aminosäureabbau und die Fettsäurebiosynthese.
Folsäure (Folat) Veränderungen der Mundschleimhaut, Durchfälle, herabgesetzte Antikörperbildung, Anämie. Bei einem Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft, können beim Kind Fehlbildungen (Neuralrohrdefekte) des zentralen Nervensystems entstehen. Folsäure ist generell für Wachstum und Entwicklung wichtig. Weiterhin für die Zellteilung, die Zellneubildung und die Blutbildung
Nikotinsäure (Niacin) Verdauungsstörungen (Diarrhöe) und degenerative Veränderungen des Gehirns (Demenz). Haut- und Schleimhautveränderungen, psychische Störungen Wichtig für den Auf- und Abbau von Fettsäuren, Aminosäuren und Kohlenhydraten 
Pantothensäure nicht bekannt Wichtig für den Nährstoffabbau und die Fettsäuresynthese.
Vitamin C (Ascorbinsäure) Skorbut, gekennzeichnet durch Infektanfälligkeit, Zahnausfall, Blutungen, Müdigkeit und Muskelschwäche Wichtig als Reduktionsmittel, als Radikalfänger für die Immunabwehr, als Erkältungsschutz und auch für die Verwertung von pflanzlichem Eisen. Unterstützt die Bildung von Hormonen in den Nebennieren. Zudem dichtet es Kapillaren ab
Vitamin A (Retinol) Nachtblindheit, Hornhauttrübungen (Keratomalazie) Wichtig für den Sehvorgang, die Fortpflanzung und die Haut.
Vitamin D (Calciferol) Störungen im Knochen- und Nervensystem, Gebissdeformierungen (Rachitis). Wichtig für Knochenaufbau, Zähne und Nervensystem. 
Vitamin E (Tocopherol) Bei längerer Unterversorgung Störung des Nervensystems Radikalfänger, wichtig für den Zellschutz und die Immunabwehr. 
Vitamin K (Phyllochinon) Blutgerinnungsstörungen Wichtig für die Bildung der Blutgerinnungsfaktoren und Knochen.

 

Über den Magen kommt die Nahrung in den Dünndarm, dort werden die Vitamine herausgelöst. Manche der 13 Vitamine sind Wasserlöslich und werden direkt aus dem Darm in den Blutkreislauf befördert. Die Wasserlöslichen Vitamine verteilen sich in den wasserhaltigen Bereichen des Körpers, wie zum Beispiel im Blut oder in den Zellzwischenräumen. Sie werden kaum gespeichert und wenn zu viel davon im Körper sind, werden sie wieder ausgeschieden. Es gibt aber auch Vitamine die sich nicht in Wasser lösen sondern nur in Fetten. Der Körper baucht also Fett um das Vitamin aus der Nahrung zu isolieren. Eine fettarme Kost kann dazu führen dass dies Fettlöslichen Vitamine nur in geringen Mengen in den Körper gelangen. Mit dem Blut werden sie in alle Winkel des Körpers geliefert. Die Fettlöslichen Vitamine werden im Körper an verschiedenen Stellen gespeichert. Wichtige Vitaminspeicher sind die Leber und das Fettgewebe.

Im Körper erfüllen die Vitamine unzählig viele Aufgaben. Vitamin A stärkt zum Beispiel das Auge, es ist zudem an der Knochenbildung beteiligt. Ebenso wie Vitamin K. Vitamin K ist aber auch bei Verletzungen vor Ort und hilft dabei die Blutgerinnung einzuleiten.

Unser Körper baucht Sauerstoff. Sauerstoff wird mit Hilfe von Blut in unserem Körper in jede Zelle transportiert. Blut braucht Eisen, denn es ist ein wichtiger Baustein für das Hämoglobin. Den Transport von Eisen, vom Darm ins Blut übernimmt Vitamin C. Es spielt zudem eine wichtige Rolle beim Aufbau des Bindegewebes. Ganz schön komplex, es veranschaulicht, wie wichtig Vitamine für uns sind. Jedes Vitamin wird an vielen verschiedenen Stellen des Körpers auf unterschiedlichste Weise eingesetzt. Deshalb ist wichtig, dass von allen Vitaminen immer genügend in unserem Blutkreislauf unterwegs sind. Der Körper verlässt sich aber nicht nur auf die tägliche Nahrungszufuhr und damit auf die tägliche Vitaminration, er speichert manche Vitamine.

Einige Vitamine werden in der Leber gespeichert, andere im Fettgewebe. Sie können über Monate bis Jahre dort bleiben und der Körper kann jederzeit auf sie zurückgreifen. Manche der Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin K haben keinen festen Lagerplatze dennoch reicht der Vorrat für ein paar Wochen. Der Körper überlässt nichts dem Zufall, denn unser Überleben ist davon abhängig. Die Evolution hat eine logistische Meisterleistung vollbracht.

Vitamine - Stimmt´s oder stimmt´s nicht?

Die empfohlene Tagesdosis auf Lebensmitteln ist für jeden gleich?

Stimmt nicht.
Der Vitaminbedarf ist von Mensch zu Mensch verschieden. Die Tagesdosis, wie sie auf verpackten Lebensmitteln zu finden ist bezieht sich immer auf einen Durchschnittsmenschen. Ob alt oder jung, dick oder dünn, Frau oder Mann all das hat einen Einfluss auf den Vitaminbedarf. Beispiel Vitamin C. Bei Vitamin C sind vor allem die Körpergröße und die Lebensgewohnheiten für die ruchtige Dosis ausschlaggebend. Kleinere Menschen brauchen weniger und größere Menschen brauchen mehr Vitamin C. Schwangere, Stillende oder Rauchern wird ebenfalls eine höhere Tagesdosis empfohlen. 

Muss man täglich alle Vitamine zu sich nehmen?

Nein, Unser Körper kann Vitamine speichern. Einige speichert er wenige Wochen andere über Monate oder Jahre hinweg. Deshalb müssen wir nicht jeden Tag alle Vitamine zu uns nehmen. Auf Vitamin C können wir ohne Probleme auch mal 2 Wochen verzichten auf Vitamin B12 sogar ein paar Jahre.

Schadet man der Gesundheit, wenn man die Tagesdosis unterschreitet?

Nein, Die Tagesdosis ist großzügig kalkuliert.

Beispiel Vitamin C: 10mg pro Tag reichen aus um kein Skorbut zu bekommen. Die empfohlene Tagesdosis in Europa beträgt 80mg. Die Experten gehen damit auf Nummer sicher. Wird die Menge unterschritten bedeutet das nicht gleich dass man unterversorgt ist.

Ist die empfohlene Tagesdosis ist ein internationaler Standard?

Experten weltweit kommen zu ganz unterschiedliche Ergebnisse. Beispiel Vitamin C: Die EU kam 2003 auf einen Wert von 80mg, die WHO empfiehlt eine Tagesdosis von 45mg, das Institut of Medicine USA empfiehlt eine Tagesdosis von 90mg Vitamin C pro Tag und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 110mg. Die Empfehlungen bei Vitaminen ist also keine verbindliche Aussage, damit sollte man sich also keinen Stress machen.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.