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Warum empfehlen Ärzte kein Vitamin D?

Es gibt mehrere Gründe, warum manche Ärzt:innen zurückhaltend mit der Empfehlung von Vitamin D sind – besonders, wenn es um Nahrungsergänzungsmittel geht. Hier sind die wichtigsten Punkte:

Unterschiedliche Studienlage

Die Forschung zu Vitamin D ist umfangreich, aber nicht immer eindeutig. Während ein Mangel nachweislich schadet (z. B. für Knochen, Immunsystem und Muskeln), zeigen viele Studien keinen klaren Nutzen einer zusätzlichen Einnahme bei Menschen mit normalen Werten.

Risiko der Überdosierung

Vitamin D ist fettlöslich – überschüssige Mengen werden nicht einfach ausgeschieden, sondern im Körper gespeichert. Eine zu hohe Zufuhr über längere Zeit kann zu Kalziumüberschuss, Nierenproblemen oder Gefäßverkalkungen führen. Daher raten Ärzt:innen oft dazu, erst den Blutwert (25-OH-Vitamin D) bestimmen zu lassen, bevor man supplementiert.

Ausreichende natürliche Quellen

Viele Mediziner:innen gehen davon aus, dass ein gesunder Mensch mit regelmäßiger Sonnenexposition und einer ausgewogenen Ernährung (z. B. Fisch, Eier, Pilze) ausreichend Vitamin D bildet – zumindest in den Sommermonaten.

Keine generelle Empfehlung der Fachgesellschaften

Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder die US-National Institutes of Health (NIH) empfehlen keine pauschale Supplementierung für die gesamte Bevölkerung, sondern nur bei nachgewiesenem Mangel oder Risikogruppen (z. B. ältere Menschen, Menschen mit dunkler Haut, Personen, die wenig Sonne bekommen).

Individuelle Unterschiede

Der Bedarf hängt stark von Faktoren wie Hauttyp, Aufenthaltsort, Jahreszeit, Kleidung und Lebensstil ab. Ärzt:innen wollen daher vermeiden, „One-size-fits-all“-Empfehlungen zu geben, die nicht auf die individuelle Situation passen.