Hanf

Hanf

Der Hanf ist eine Pflanzenart aus der Gattung Cannabis, die viel mehr anzubieten hat als die berauschende Wirkung, die sie auslöst wenn ihr Rauch, meistens in Form vom Joint, inhaliert wird. Das breite Anwendungsspektrum des Nutzhanfs reicht von seiner Nutzung in der Textil- und Papierindustrie bis zu seiner Verwendung als Baustoff (Hanfsamenwiki 2014).


Doch in letzter Zeit gewinnt der Einsatz von Hanfsamen und Hanfblättern in der Nahrungs- und Lebensmittelindustrie zunehmend an Bedeutung (Maréchal 2013). Obwohl der Nutzhanf inzwischen einen Boom (Aufschwung) feiert, wird dieses Kraut schon seit Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel in vielen Orten der Welt konsumiert. So stammen die ältesten Funde des Anbaus und Verwendung dieser Pflanzen aus China 2800 vor Christus (Hanfsamenwiki 2014). Bereits damals war bekannt, dass der Samen des Hanfs einen positiven, gesundheitlichen Aspekt nachweist.
Heutzutage findet man weltweit Anbau von Hanf sowie viele Landrassen bzw. Kultursorten. Hanf und Marihuana stammen aus der gleichen Pflanzengattung Cannabis Sativa. Der Unterschied von Hanf und Marihuana liegt in der Nutzung. Der Hanf oder Nutzhanf beschreibt die industrielle bzw. kommerzielle Nutzung von Cannabis im Stiel und Saatgut. Die Bezeichnung Marihuana gilt als Synonym für die Droge, die für medizinische oder Freizeitnutzung verwendet wird.
Während Nutzhanf nur ca. 0,3% – 1,5 % des berauschenden Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinoids) enthält, kann Marihuana bis zu 10% oder mehr THC enthalten (Grotenhermen 1998, 99).

Hanfsamen

Hanfsamen als Lebensmittel sorgen für eine ausgewogene Ernährung, die sich durch ihre ungewöhnlich hohe Nährstoffdichte auszeichnen. Die Liste geht von ungesättigten Fettsäuren über einen enormen Eiweißgehalt bis zu einem hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren, Mineralstoffen und Vitaminen (Hanfsamenwiki 2014). Die Nährstoffe des Hanfsamens liegen in so ausgewogener Form vor, dass sie als Superfood bezeichnet werden. Als Superfood werden Lebensmitteln bezeichnet, die durch den Verzehr geringere Mengen einen hohen Anteil an gesundheitlichen Vorteilen anbieten (Zeitung.de 2015).
Der Eiweißgehalt des Samenkorns setzt sich aus verschiedenen Aminosäuren zusammen. Dieser besteht zu 60% aus Globulin Edestin und zu 40% aus Albumin (Hanfsamenwiki 2014). Die chemische Zusammensetzung der Aminosäuren des Hanfproteins kommt der des menschlichen Proteins sehr nahe und hat aufgrund dessen eine hohe biologische Wertigkeit. Das Hanfprotein wird im Körper in Immunglobulin umgewandelt, die wiederum die Stärkung des Immunsystems dient. Edestin beispielsweise fördert die Durchblutung und somit den Transport von Eisen und Vitamin B12 (Hanfsamenwiki 2014).
Die im Hanf enthaltenen essentiellen Aminosäuren können nicht vom Körper selbst gebildet werden. Aminosäuren wie L-Arginin und BCAA (verzweigtkettige Aminosäure) sind Proteinbildende Aminosäure und sind reichlich in der Hanfsaat enthalten. Letztere sind besonders wichtig für den Muskelaufbau und deren Regeneration (Hanfsamenwiki 2014). Ausgezeichnet sind auch Hanfsamen durch ihren überdurchschnittlich hohen Anteil an essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Gesättigten Fettsäuren werden bei deren Abbau in Energie umgewandelt und bei einem Überschuss werden sie als Speicherstoffe wie zum Beispiel körpereigenem Fett verwendet. Die in den Hanfsamen enthaltenen ungesättigten Fettsäuren helfen den Körper bei der Herstellung von kurzlebigen regulativen Hormonen.
Diese schützen die Immunaktivität und dienen zum Aufbau und Regenerierung neuer Zellstrukturen (Theimer 2012). Die wichtigsten Vertreter sind Omega 6 (Linolsäure) und Omega 3 (Alpha-Linolsäure) (Zeitung.de 2015). Linolsäuren dienen dem Schutz und Erscheinungsbild der Haut, helfen bei der Regulierung verschiedener hormonelle Prozesse, können entzündliche Erkrankungen hemmen und haben positive Effekte auf das menschliche Gehirn (Hanfsamenwiki 2014). Zu den essentiellen lebenswichtigen Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren und den Proteingehalt kommen zu der Nährstoffliste zahlreiche Mineralien und Vitamine. Hierzu zählen Vitamin C, E und B6 sowie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink und Phosphor (gesundheitsfundament.de 2015).
Wichtig ist dazu noch das Verhältnis, in dem diese Nährstoffe aufgenommen werden. Einen Überschuss beispielsweise an Fettsäuren können negative Effekte auslösen und somit Entzündungen hervorrufen. Hanfsamen bieten ein optimales Konsumverhältnis von 1:3 zwischen Omega3 und Omega 6 (Theimer 2012). Für den Verzehr von Hanfsamen und ihre zahlreichen lebenswichtigen Nährstoffe gibt es viele leckere Varianten. Hanfsamen können verschiedenen Arten von Lebensmitteln zugegeben werden zum Beispiel in Form von Hanfmehl für Backwahren, Hanföl oder Hanfmilch (Buck 1999). Die Extraktion und die Anreicherung des Hanfproteins kann für die Herstellung von Hanftofu oder Hanfyoghurt eingesetzt werden. Hanfsamen riechen und schmecken nussig und können auch für herzhafte Gerichte verwendet werden (Theimer 2012).

Zusammengefasst

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Hanfsamen zu den ernährungsphysiologisch hochwertigsten Ölfrüchten gehören. Ob als Hanfmilch, Hanfyoghurt oder einfach auf dem Müsli gestreut. Die Aufnahme von Hanfsaat in unserem Speiseplan ist ein wesentlicher Fortschritt zu einer gesunden vollwertigen Ernährung und stellt eine köstliche vegane Abwechslung in den Küchenplan dar. Die ideal zusammengesetzten Proteine senken einen zu hohen Blutdruck und regulieren den Blutzucker. Außerdem sind sie für den Muskelaufbau äußerst wichtig. Die Vielzahl an Ballaststoffe und Chlorophyll fördern die Verdauung.
Dazu machen die gut und angenehm satt und verhindern Heißhungeranfälle. Die Omega-Fettsäuren steigern die geistige und körperliche Energie und können Entzündungskrankheiten hemmen. Die zahlreichen Vitaminen und Mineralien erhöhen die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und sorgen für die Schonung des Körpers.

Quellen

  • Grotenhermen F, Karus M: Industrial hemp is not marijuana: comments on the drug potential of fiber Cannabis. J. Intern. Hemp Assoc. 5 (1998) 96–101
  • Hanfsamenwiki – Informationen Tips & Tricks, http://www.hanfsamenwiki.com/#Nutzhanf, zuletzt abgerufen 22.12.2015
  • Maréchal Cindy, Hanf als glutenfreies Nahrungsmittel, http://suite101.de/article/hanf-als-glutenfreies-nahrungsmittel-a63699#.Vnf8ILR_Oko, zuletzt abgerufen 22.12.2015
  • Ralf Buck: Kochen und Backen mit Hanf, Göttingen, 1999
  • Speise-Hanfsamen Geschält in Rohkostqualität, http://www.gesundheitsfundament.de/shop/speise-hanfsamen-geschaelt-in-rohkostqualitaet/, zuletzt abgerufen 22.12.2015
  • Theimer Roland (2012), Hanfsamen: Qualität und Inhaltsstoffe: http://www.hanf-natur.com/page/shop/site/a/hlS/e/info_inhaltsstoffe , zuletzt abgerufen 03.01.2016
  • Zeitung.de: Hanfsamen – Wirkung, Geschichte und Dosierung, http://www.zeitung.de/gesundheit/ernaehrung/superfoods/hanfsamen/, zuletzt abgerufen 22.12.2015

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